Eigentlich ist es müßig, überhaupt über Fracking zu diskutieren, erst recht, wenn es um Details geht, wie Bohrlochzementierungen ausgeführt werden sollten, wie intensiv Grundwassermonitoring betrieben werden sollte etc.. Der neue Bericht der WMO (World Meterological Organization) ist so erschreckend, dass man endlich mal über Grundsätzliches sprechen sollte:
Das Ende des fossilen Zeitalters sollte so schnell wie möglich herbeigeführt werden. Sollten wir noch eine Chance haben, das Klima für uns (und die Weltmeere) erträglich zu halten, müssen die restlichen fossilen Kohlen- und Kohlenwasserstoffe in der Erde bleiben!
Eine Zusammenfassung aus der SZ ist hier zu lesen:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-un-melden-neuen-treibhausgas-rekord-1.2121745
und das ist der Link zu dem ursprünglichen WMO-Bericht:
https://www.wmo.int/pages/mediacentre/press_releases/documents/1002_GHG_Bulletin.pdf
Mittwoch, 10. September 2014
Gutachten UBA
Im Juli hat das Umweltbundesamt sein zweites Gutachten zu Fracking rausgebracht; ging es im ersten Gutachten von 2012 um die Risiken, so wird hier nach Möglichkeiten der Regulierung gesucht, wie z.B. Grundwassermonitoring.
Das ganze Gutachten kann hier gelesen bzw. runtergeladen werden:
http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/gutachten-2014-umweltauswirkungen-von-fracking-bei
Der bbu reagierte mit folgenderr Stellungnahme auf das Gutachten:
http://www.gegen-gasbohren.de/wp-content/uploads/2014/05/BBU_Stellungnahme_zum_2UBA_Frackinggutachtenentwurf.pdf
Hier ein Auszug aus der zugehörigen Presseerklärung:
Als verpasste Chance, die Umwelt- und Gesundheitsgefahren
des Frackings detailliert zu analysieren sowie Schutz- und Vorsorgemaßnahmen
aufzuzeigen, bewertet der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
das zweite Gutachten des Umweltbundesamtes (UBA) zu Fracking. Das Gutachten
soll Mittwoch (30.07.2014)
auf einer Pressekonferenz desUBA vorgestellt werden. Der Anti-Fracking-Bewegung
liegt es bereits jetzt vor. Eine erste Analyse zeigt, dass weiterhin
schwerwiegende wissenschaftliche Mängel bestehen, die bereits bei der Vorstellung
des Entwurfs des Gutachtens zu Beginn dieses Jahres und bei der nachfolgenden
Verbändebeteiligung von Bürgerinitiativen aufgezeigt wurden. Für den forcierten
Einstieg in die Hochrisikotechnik, wie sie Bundes-Wirtschaftsminister Gabriel
und Bundes-Umweltministerin Hendricks vor wenigen Wochen in einem Eckpunktepapier
angekündigt haben, bietet das Gutachten keinerlei Legitimation.
Leider wird dieses Gutachten jetzt herangezogen um eine neue Diskussion um Fracking loszutreten mit dem Tenor: ist doch alles beherrschbar. Die meistens ziemlich kritischen Reporter von Panorama (ARD) haben einen sehr unkritischen Beitrag zu Fracking verfasst und gesendet, der Fracking-Gegner als ein wenig weltfremd und hysterisch darstellt. Leider wird auf die Risiken der Technik gar nicht eingegangen. Pikant daran ist, dass die Auftraggeber der Studie im Umweltbundesamt eine ganz andere Wahrnehmung der Aussage der Studien haben. Für sie ist und bleibt es eine Risikotechnologie.
Hier der Beitrag von Panorama und die Kommentare des UBA und von Panorama:
CETA II
Und hier noch ein Brief, der möglichst zahlreich an Herrn Gabriel per Mail geschickt werden sollte (sigmar.gabriel@bwmwi.bund.de bzw. sigmar.gabriel@bundestag.de):
ISDS im
CETA-Freihandelsabkommen der EU mit Kanada
Berlin, 9. September2014
Sehr geehrter Herr Gabriel,
Am 25. September
wollen die EU-Kommission und die Regierung Kanadas das EU-Kanada-Freihandelsabkommen
CETA in Ottawa paraphieren. Der Vertragstext sieht die Einführung eines
Investor-Staats-Klagemöglichkeit (ISDS) vor.
ISDS ist in der
deutschen, europäischen und kanadischen Öffentlichkeit sehr stark in die Kritik
geraten. Sie selbst und die Bundesregierung haben wiederholt erklärt, solche
ISDS-Klagemöglichkeiten zwischen OECD-Mitgliedsländern seien „nicht notwendig“,
da es sich um entwickelte Rechtsstaaten handelt. Wir glauben, dass ISDS nicht
nur nicht notwendig, sondern schädlich ist. Damit werden ausländischen
Investoren exzessive Rechte eingeräumt, die inländische Investoren im Rahmen
der deutschen Rechtsordnung nicht haben. ISDS untergräbt den Spielraum demokratischer
Politik, Regulierungen im Sinne von Nachhaltigkeit und sozialem Fortschritt zu
beschließen. ISDS-Schiedsgerichte haben einen weiten Spielraum, den
Vertragstext auszulegen, ohne dass es eine Möglichkeit gibt, diese Urteile
anzufechten.
Etwa 150 000
Menschen beteiligten sich an der von der Kommission von März bis Juli
durchgeführten öffentlichen Konsultation zu ISDS in TTIP. Eine überwältigende
Mehrheit brachte klar zum Ausdruck, dass sie ISDS in einem Freihandelsabkommen
mit den USA ablehnen. Der für die Konsultation verwendete Text lehnt sich eng
an den CETA-Text an.
Obwohl die
Auswertung der Konsultation noch längst nicht abgeschlossen ist, hat die
Kommission beschlossen, mit diesem extrem umstrittenen ISDS-Mechanismus im
CETA-Abkommen Fakten zu schaffen. Wir bitten Sie dringend, dies nicht
zuzulassen. Was für ein Signal wäre
das an die Bürgerinnen und Bürger Europas, wenn man eine öffentliche
Konsultation einfach derart ignoriert. Noch
mehr Menschen als ohnehin werden sagen, die Kommission ist abgehoben und
bürgerfern.
Am 10. September wird
der Handelspolitische Ausschuss des Rats in Brüssel tagen. Die Kommission
möchte, dass der CETA-Text dort beraten und abgesegnet wird. Das wäre die
letzte Gelegenheit für die Mitgliedsstaaten, den Vertragstext noch zu
korrigieren und ISDS herauszunehmen. Wird
sie nicht genutzt, kann der Vertrag nur noch als Ganzes abgelehnt oder
angenommen werden.
Angesichts der
weitverbreiteten und entschlossenen Ablehnung von ISDS in der europäischen
Öffentlichkeit und der Tatsache, dass die Auswertung der Konsultation noch gar
nicht abgeschlossen ist, fordern wir Sie dringend auf, am 10.September
darauf zu dringen, ISDS aus dem
CETA-Vertragstext zu streichen. Sollte dies nicht gelingen, fordern wir Sie
dringend auf, ein solches CETA-Abkommen abzulehnen.
Mit freundlichen Grüßen
CETA I
Ende August schrieb Wolfgang Fischer folgenden offenen Brief an Bernd Lange von der SPD, der an einigen Veranstaltungen in Braunschweig und Umgebung zu TTIP (Handelsabkommen mit den USA) teilgenommen hatte. CETA, das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada gilt als "Blaupause" für TTIP:
Offener Brief
Herrn
Bernd Lange
Mitglied des Europäischen Parlaments
EUROPÄISCHES PARLAMENT
ASP 12 G 265, Rue Wiertz, B-1047 Bruxelles
Sehr geehrter Herr Lange,
nach meinem Kenntnisstand sind die Verhandlungen über das
europäisch-kanadische Handelsabkommen CETA inzwischen abgeschlossen. Und
offenbar enthält das fertige Dokument, das Ihnen als Vorsitzender des
Handelsausschusses des Europäischen Parlaments vorliegen dürfte, doch die
umstrittenen Investitionsschutzklauseln. Diese erlauben es kanadischen
Konzernen (auch kanadischen Tochterfirmen US-amerikanischer oder gar
europäischer Konzerne), die EU sowie ihre Mitgliedsstaaten und Bundesländer
außerhalb der demokratisch legitimierten Gerichtsbarkeit vor Schiedsgerichten zu
verklagen, sofern sie sich durch rechtsstaatliches Agieren von Behörden oder
durch Gesetze und Verordnungen in ihren Aktivitäten eingeschränkt und ihre
Gewinne dadurch geschmälert sehen. Trotz der fundierten Einwände einer sehr
großen Anzahl höchst besorgter EU-Bürger im ISDS-Konsultationsverfahren, und
auch darüber hinaus, wurden die vorgebrachten Argumente von der EU-Kommission
hier de facto offenbar komplett ignoriert. Dies alles dürfte Ihnen bekannt
sein.
Von Ihnen als niedersächsischem EU-Parlamentarier, SPD-Politiker und
Vorsitzenden des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments möchte ich gern
wissen, wie Sie persönlich jetzt zu CETA stehen und wie sie gedenken, hier
vorzugehen und letztendlich abzustimmen. Ich erinnere mich noch allzu gut an die
Veranstaltung zur EU-Parlamentswahl im Braunschweiger Altstadtrathaus Anfang des
Jahres, wo Sie sich als Podiumsmitglied explizit dahingehend geäußert haben,
dass ein „Freihandelsabkommen“ mit diesen Investitionsschutzregeln Ihre
Zustimmung auf keinen Fall erhalten werde. Ist dies immer noch der Fall? Falls
ja, müssten Sie ja CETA in der vorliegenden Form doch wohl ablehnen, oder?
Darüber hinaus interessiert auch die aktuelle Position der SPD zu CETA.
Können Sie auch dazu Stellung beziehen?
Über eine baldige Antwort Ihrerseits würde ich mich sehr freuen. Der Form
halber möchte ich darauf hinweisen, dass ich mir in Anbetracht der Relevanz von
CETA erlauben werde, Ihre - hoffentlich erfolgende - Stellungnahme einem breiten
Personenkreis zukommen zu lassen.
Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im Voraus ganz herzlich.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Fischer
Er bekam folgende Antwort:
Sehr
geehrter Herr Dr. Fischer,
vielen
Dank für Ihre Nachricht. Bernd Lange bat mich, Ihnen zu antworten.
Anbei
erhalten Sie das aktuelle Positionspapier von Bernd Lange zum Abkommen
EU-Kanada: http://www.bernd-lange.de/imperia/md/content/bezirkhannover/berndlange/mdep_lange_-_ceta_positionspapier_september_2014_..pdf
Mit
freundlichen Grüßen
Anne
Bartels
und hier nun seine Erwiderung:
Sehr geehrter Herr Lange,
eigentlich hatte ich von Ihnen eine konkrete, persönliche Antwort zu
meiner Anfrage vom 30.08. (s. u.) erwartet und nicht, dass Sie mich mit Ihrem
CETA-Positionspapier einfach abspeisen.
Darin wird der Eindruck vermittelt, als könnten sich hinsichtlich der
Investitionsschutzklauseln noch relevante Änderungen ergeben. Das ist natürlich
Unsinn, denn CETA ist inzwischen ausverhandelt und wird in Kürze paraphiert
werden, und Sie können doch wohl nicht im Ernst erwarten, dass die
EU-Kommission, die – allen voran Barroso, de Gucht und Öttinger - inzwischen zu
einem reinen Ausführungsorgan der Konzerne und ihrer Lobbyisten verkommen ist,
hier noch einmal aktiv zu werden gedenkt.
Was haben Sie persönlich denn bisher überhaupt gegen die
demokratiefeindlichen Investitionsschutzregeln unternommen, die Ihnen angeblich
ja nicht gefallen und die vor allem Konzerninteressen festschreiben und über die
der Bürger stellen. Warum hört man hier denn nichts seitens der SPD-Führung? In
der öffentlichen Wahrnehmung zumindest ist da bis dato noch nichts angekommen,
man laviert hier einfach nur herum. Auch wenn man Ihr Papier liest, muss sich
der Eindruck aufdrängen, dass man CETA letztendlich abnicken wird und die
Investitionsschutzregeln dann als „kleineres Übel“ akzeptiert.
Sind Ihnen die Konsequenzen dieser ISDS-Regeln denn überhaupt nicht
bewusst? Wissen Sie denn nicht, dass unsere demokratischen Grundrechte damit in
elementarer Weise ausgehebelt werden können?
Sie kennen doch das perfide Beispiel von Vattenfall, das Deutschland wegen
des Atomausstieges mit Bezug auf die Energiecharta aktuell hinter
verschlossenen Türen auf mutmaßliche 4 Milliarden € Schadenersatz (das sind etwa
2% unseres Bundeshaushaltes!!) verklagt - auf der anderen Seite aber das
Atomgeschäft in Brunsbüttel und Krümmel auf Betreibergesellschaften mit geringem
Stammkapital übertragen hat, wohl mit der Zielsetzung, sich später der hohen
Kosten für die Entsorgung der Abfälle und den Rückbau der Atommeiler zu Lasten
der Steuerzahler zu entledigen. Was halten Sie denn davon?
Insofern möchte ich auch konkret von Ihnen wissen, wie Sie hier vorzugehen
gedenken und wie Sie letztendlich zu diesem vorliegenden CETA-Vertrag abstimmen
werden. Als Vorsitzender des Handelsausschusses des EU-Parlamentes sind Sie hier
aus meiner Sicht in vorderster Front mitverantwortlich! Machen Sie sich nicht zu
einem der Totengräber unserer Demokratie!
Über eine baldige Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Der Form halber
weise ich noch einmal darauf hin, dass ich die gesamte Korrespondenz mit Ihnen
einem breiten Personenkreis zugänglich machen werde.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Fischer
Samstag, 30. August 2014
BI-Treffen im September
Der Sommer und auch die parlamentarische Sommerpause neigen sich dem Ende zu. Es stehen diverse Debatten und Entscheidungen in Bundesrat und Bundestag an. Unter anderem darüber wollen wir beim nächsten Treffen am Mittwoch, den 3. September sprechen. Es findet bei Gunda Kühn in Abbenrode statt, Müllertwete 1.
Darüberhinaus wird auch das kommende Bundestreffen der BIs gegen Fracking Thema sein, ebenso wie der Global Frackdown im Oktober.
Darüberhinaus wird auch das kommende Bundestreffen der BIs gegen Fracking Thema sein, ebenso wie der Global Frackdown im Oktober.
Dienstag, 5. August 2014
Themen Augusttreffen
Wolfgang leitet das heutige Treffen und hat folgende Themen vorgesehen:
- Besprechung der BI-eigenen Aktivitäten nach dem letzten Termin (Korrespondenzen; Termin MdB Pothmer; Schaufensterartikel Grüne; Sonstiges)
- Aktuelles zu Fracking und Handelsabkommen (2. UBA-Bericht; Fracking im Visier von Bundes- und Landesregierung; Fracking im Ausland; Stand CETA, TTIP; Europäische BI gegen Handelsabkommen)
- Im Mittelpunkt aber: Austausch mit unserem Gast Detlef Kaatz (zukünftiger Bürgermeister Gem. Cremlingen); u.a. zur Aktualisierung des Landesraumordnungsprogramms; Vorranggebiet Schandelah-Wohld, TISA, Resolution Fracking, Allgemeines.
- Ausblick und Besprechung zukünftiger Aktivitäten (Bundestreffen Anti-Fracking-BIs; Globaler Frackdown- und Anti-TTIP/CETA-Tag am 11.10.; Termine mit Politikern, Interessenvertretern; Sonstiges).
Montag, 4. August 2014
Berichtigung Augusttreffen
Das Datum ist richtig, der Wochentag allerdings falsch: das Treffen findet schon am Dienstag, den 5. August statt.
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